Angeln im Umfeld des Wohnbereiches

Sächsisches Oberverwaltungsgericht präzisiert Aussage aus Allgemeinverfügung

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat die Formulierung “Umfeld des Wohnbereichs“ aus der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung (SächsCoronaSchVO) vom 31. März 2020 näher definiert. In der besagten Allgemeinverfügung heißt es im § 2 Abs. 2 Nr. 14 derzeit:

“Sport und Bewegung im Freien vorrangig im Umfeld des Wohnbereichs sowie Besuch des eigenen Kleingartens oder Grundstücks, allerdings ausschließlich alleine oder in Begleitung des Lebenspartners bzw. mit Angehörigen des eigenen Hausstandes oder im Ausnahmefall mit einer weiteren nicht im Hausstand lebenden Person, “

Auch bei der Wahl des Angelgewässers war und ist diese Formulierung nach wie vor ausschlaggebend. In einer offiziellen Medieninformation des Sächsischen Oberverwaltungsgerichtes vom 07.04.2020 wird nun der Bereich im Umkreis von 10 Km – 15 Km ausgehend von der eigenen Wohnung als Wohnumfeld definiert. In der Medieninformation heißt es im entsprechenden Abschnitt wörtlich:

“Die Benutzung von entsprechenden Fortbewegungsmitteln innerhalb der Grenzen der politischen Gemeinde wird hingegen genauso gebilligt werden können, wie deren Überschreitung, wenn die Aktivität in einem räumlichen Bereich ausgeübt wird, der typischerweise ohne entsprechende Hilfsmittel – also etwa zu Fuß oder mit dem Fahrrad – erreicht werden kann, also in einem Bereich von etwa 10 bis 15 Kilometern von der Wohnung entfernt.“

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht reagierte mit dem Urteil auf einen Eilantrag, der unter anderem gegen die besagten einschränkenden Maßnahmen aus der Allgemeinverfügung eingereicht wurde.

Seit der Veröffentlichung der Allgemeinverfügung am 31.03.2020 haben viele Angler aufgrund der unklaren Formulierung bei den Anglerverbänden nachgefragt. Bislang konnte hierzu keine sichere Aussage gemacht werden.

Wir möchten noch einmal alle Angler bitten, die Einschränkungen ernst zu nehmen. Es gilt nach wie vor der Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) entgegenzuwirken und sich selbst vor einer Infektion zu schützen. Zudem wollen wir noch einmal betonen, dass eine Vielzahl von Missachtungen der geltenden Vorschriften auch zu weiteren Einschränkungen, wenn nicht sogar zu einem gänzlichen Angelverbot führen können.
Die Medieninformation des Sächsischen Oberverwaltungsgerichtes mit den entsprechenden Begründungen ist unter folgendem Link abrufbar:

Medieninformation des Sächsischen Oberverwaltungsgerichtes vom 07.04.2020