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Glasaalbesatz an der Elbe

zukünftige Besatzstrategien im Blick

Zusammen mit dem AV “Stadt Pirna“ e. V. und der AVD Angel-Service GmbH – Teichwirtschaft Zschorna hat der Anglerverband “Elbflorenz“ Dresden e. V. (AVE) am 04.03.2022 erstmals Glasaale (Anguilla anguilla) in die Elbe bei Pirna gesetzt.

Beim Aalbesatz gibt es zwei Strategien, die verfolgt werden können. Der Besatz mit den schon größeren und in Aufzuchtbecken angefütterten Farmaalen und der Besatz mit Glasaalen unmittelbar nach dem Fang auf offener See. Der Besatzzeitpunkt und -ablauf mit Farmaalen ist gut planbar und kann besser bestimmt werden als beim Glasaal. Dies ist nicht zu unterschätzen, da Besatz immer mit einem hohen logistischen Aufwand verbunden ist und die Qualität der Fische durch einen nicht optimalen Transport deutlich sinkt. Dem gegenüber stehen leicht bessere Wachstums- und Überlebensraten bei gleichzeitig geringerem Stückpreis. Schwierigkeiten entstehen beim Farmaalbesatz zudem bei der Nahrungsumstellung von Trockenfutter auf Naturnahrung. Diese Problematik fällt beim Glasaalbesatz weg.

Der initiale Besatz mit 1000 Glasaalen in die Elbe diente als Pilotprojekt, um den gesamten Ablauf vom Kauf bis zum Besatz einmal durchzuspielen und die Strategie in Zukunft ggf. komplett umzustellen.

Die Elbe erfüllt als natürliches Besatzgewässer alle Ansprüche, die ein nachhaltiger Besatz von Aalen erfüllen muss. Es besteht zunächst eine direkte Verbindung zur offenen See. Das Abwandern in der Elbe als Bundeswasserstraße ist für den Aal mit vergleichsweise niedrigen Hürden verbunden. Außerdem ist der Lebensraum nach Nahrungs- und Habitatangebot sehr gut geeignet.

Die Aalbestände sind in den letzten Jahrzehnten stark rückläufig. Die Gefährdungsursachen sind zahlreich und umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller und fachlich einwandfreier Umgang mit dieser faszinierenden Tierart.

Pressemitteilung – Störfaktor Mensch am Bärwalder See

Störfaktor Mensch – neue Gedanken zum Artenschutz gefährden fischereiliche Nutzung am Bärwalder See

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Landesverband Sächsischer Angler e. V.

Derzeit befinden sich zwei Verwaltungsverfahren zur Schiffbarkeit des Bärwalder Sees im Umlauf, die gewaltig für Sprengstoff sorgen. Die von der Landesdirektion Sachsen (LDS) vorgesehene Allgemeinverfügung am Bärwalder See sieht vor, eine zentrale Zone für den Naturschutz einzurichten. De facto ist beabsichtigt, zusätzlich zu den bestehenden Schutzzonen eine zentrale und dauerhafte Schutzzone von 2.000 m (kreisförmig) zu schaffen. Für diese gilt ein komplettes Befahrungsverbot für alle Wasserfahrzeuge. Weiterhin soll der komplette See im Zeitraum vom 01.11. bis 31.03. eines jeden Jahres für alle Wasserfahrzeuge gesperrt werden. Für die verbleibende Zeit gilt ein Nachtfahrverbot (einschließlich Dämmerungszeit). Ausschlaggebend soll laut Anhörungsunterlagen die Einschätzung der zuständigen Naturschutzbehörden auf Grundlage eines Artenschutzgutachtens aus dem Jahr 2018 sein. Pressemitteilung – Störfaktor Mensch am Bärwalder See weiterlesen