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Rutschung am Knappensee am 11. März 2021

Uferböschung auf einer Breite von 400 bis 500 Metern abgerutscht

Am 11. März 2021 ereignete sich am Knappensee in Ostsachsen während der Sanierungsarbeiten an der Ostböschung zwischen Koblenz und der Siedlung Knappenhütte ein Setzungsfließereignis.

Die Uferböschung floss auf einer Breite von 400-500 Metern in den See und entwickelte sich dabei bis zu 200 Meter in das Hinterland, sodass sich ein Rutschungskessel ausbildete. Der Wald auf der Kippenfläche rutschte dabei mit in den See.

Quelle: Medieninformation des Freitstaates Sachsen / Sächsisches Oberbergamt

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Hintergrund:
Der Knappensee war bereits zu DDR-Zeiten eines der beliebtesten Angelgewässer unseres Verbandes. Für viele Vereine war der Knappensee eine ganz eigene Heimat in unserer Heimat geworden.
Seit 2014 ist der Knappensee nicht mehr beangelbar. Infolge einer Rutschung am Concordiasee in Nachterstedt/Sachsen-Anhalt im Jahr 2009, bei denen drei Menschen in die Tiefe gerissen wurden, war auch an den bestehenden Bergbaufolgeseen in der sächsischen Lausitz nichts mehr wie es war. In den Folgejahren erfolgten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an den Angelgewässern Knappensee und Silbersee Lohsa. Großteile der umliegenden Flächen und die Gewässer selbst wurden für jegliche Nutzung gesperrt.
Es erfolgte eine beispiellose Sanierung in der sächsischen Lausitz, um zu vermeiden, dass sich die Ereignisse am Concordiasee wiederholen. Das bedeutete aber gleichzeitig auch die Entbehrungen vieler Menschen vor Ort, die ein Stück Heimat für viele Jahre nicht mehr nutzen konnten. Viele unserer Anglervereine und Angler gehören dazu.
Ein kleiner Teil im Südbereich des Silbersees in Friedersdorf/Lohsa ist seit einigen Jahren vom Ufer aus wieder nutzbar. Eine Nutzung des Knappensees, und damit auch das Angeln, rückte nach letzten Erkenntnissen ab der Saison 2022 wieder in greifbare Nähe.
Wie es nach der Rutschung am Knappensee weitergeht, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. In den kommenden Wochen und Monaten werden erst Untersuchungen zeigen, wie groß der Einfluss der Rutschung auf die Nutzbarkeit und auf den bisherigen Zeitplan wirklich ist. Unser Verband ist froh darüber, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Auch wenn der Sachschaden und der ideelle Schaden für viele Menschen vor Ort hoch ist, zeigen wir uns dankbar darüber, dass die Rutschung nicht nach der Freigabe des Sees erfolgte.